Chronik 1995

Vorgeschichte:

Bereits im Frühjahr 1995 versuchte Ralph Pollinger eine Aktion ähnlich der der Bürgernetze in Niederbayern mit Hilfe von diversen engagierten Helfern aufzuziehen. Damals waren aber leider die Erwartungen und Ansichten der Beteiligten zu unterschiedlich, so daß er sich aus diesem Projekt zurückzog. Ein besonderes Problem, das damals auftauchte, zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Chronik, nämlich das liebe Geld.

Durch seine berufliche Tätigkeit bei NetManage lernte er dann im August 1995 Herrn Bertram Gebauer kennen. Dieser erzählte ihm von Bayern Online und seinem Bürgernetz Schwindegg. Ralph war sofort Feuer und Flamme. Sah er doch die Möglichkeit durch die Unterstützung der Bayerischen Regierung endlich die finanziellen Probleme lösen zu können. Das stellte sich aber leider bald als ein Trugschluß heraus.

Moosburg:

Ralph Pollinger suchte sich nun Mitstreiter für ein Bürgernetz in Moosburg. Moosburg a.d. Isar ist nicht nur seine Heimatstadt; sie liegt auch ausgesprochen günstig. Mit Freising, Erding und Landshut hätte man ein enormes Einzugsgebiet erschlossen. Die Anbindung sollte per Standleitung an die Uni Weihenstephan erfolgen. Gesagt, getan :-)

Bald bildete sich eine Gruppe von ca. 10 sehr engagierten Kämpfern. Um noch mehr Mitglieder zu interessieren, machten sie am verkaufsoffenen Sonntag in Moosburg eine Präsentation bei der Firma Stampfl. Und auch in Landshut wurde am verkaufsoffenen Sonntag eine Präsentation bei Bücher Pustet durchgeführt. Wieder konnte man neue Interessenten und Helfer gewinnen.

Die Initiative sollte nun in Form eines Fördervereins etabliert werden. Am 03.11.1995 fand die Gründungsversammlung statt. Nach schweißtreibenden Diskussionen entschlossen sich folgende 11 Herren zur Gründung des "Fördervereins Bürgernetz Moosburg" (FBM): 

- Robert Zinner
- Klaus Buchner
- Ralph Pollinger
- Dirk Schröder
- Erwin Roth
- Martin Hack
- Bernd Biehler
- Hans-Jürgen Bößl
- Stefan Wess
- Florian Alt
- Stefan Roth

Damals wurde Ralph Pollinger zum Vorsitzenden, Bernd Biehler zum Stellvertreter, Klaus Buchner zum Schriftführer, Martin Hack zum technischen Leiter und Stefan Wess zum Kassier gewählt. Bis Ende November war der Internet-Anschluß geplant.

Rückschlag:

Nun kamen aber die ersten Ernüchterungen: Die Staatsregierung stellte klar, daß der Verein kein Geld zu erwarten hätte. Lediglich der Anschluß an die Uni, bzw. die Bandbreite würde kostenlos zur Verfügung gestellt. Das war natürlich ein katastrophaler Rückschlag. Das bedeutete, daß wir die Anbindung und die ganzen Geräte selbst finanzieren mußten. Ein Unding.

Sollten wir unsere Bemühungen einstellen? Nein, das wollten wir nicht; wir versuchten andere Möglichkeiten zu finden. Dabei kam es innerhalb des Vereins zur ersten großen Krise. Einerseits sollten wir uns selber finanzieren, andererseits stellte sich heraus, daß es uns nicht gestattet war, über das BayNet (der finanzierte Anschluß an der Uni) Werbung und Kommerz zu betreiben und uns außerdem aufgrund der Genehmigung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt sehr enge Grenzen gesetzt waren. Unser Vereinsmitglied Erich Zach entwickelte damals einen sehr anschaulichen Vortrag zu dieser Problematik, die den Mitgliedern nachhaltig die Augen öffnete.

Inzwischen lief unser erster Info-Server (naja, das ist etwas übertrieben), er stand bei Florian Alt im Keller. Wir hatten auch schon einen Telekom-Anschluß und Modems im Einsatz.

Dachverband:

Mit dieser Problematik standen wir natürlich nicht allein da. Alle anderen Vereine hatten das gleiche Problem. Deshalb wurde im Dezember 1995 in Regensburg der Dachverband der Bürgernetze gegründet. Leider konnte uns auch diese Einrichtung nicht entscheidend weiterhelfen.