Kostspieliges Risiko: Abzocke mit 0190-Dialern

Was tun gegen Dialer?

Jetzt hier auch Präsentation vom Themenabend: Als HTML und Power-Point.

Im jüngsten Albtraum der Internet-Gemeinde in Deutschland erscheint immer eine teure Zahlenkombination: 0190. Verbraucher berichten von extrem hohen Telefonrechnungen, ohne dass sie mehr als sonst telefoniert oder im Internet gesurft hätten. Was genau gemeint ist, bzw. wie Sie sich davor schützen möchten wir in dieser Information darstellen. Eine Vertiefung des Themas bringen die Hyperlinks zu einschlägigen Themenseiten.

Was ist ein "0190-Dialer" oder auch "Webdialer"?
Webdialer sind Programme, die auf dem Rechner einen neuen (DFÜ-)Internetzugang einrichten. Neben durchaus seriösen Mehrwertdiensten die z.B. kostenpflichtige Software anbieten, gibt es auch die betrügerischen Anbieter. Diese versuchen - oft mit Erfolg - unbemerkt einen teuren Zugang einzurichten. Nach dem Download und der Installation auf dem PC wählt sich der Dialer über Modem oder ISDN ins Internet ein. Eine zu dieser Zeit bestehende Internetverbindung wird in der Regel zuvor getrennt - außer, man geht über Netzwerkzugang/DSL ins Netz. Aber selbst bei DSL-Zugang zum Internet besteht die Gefahr, sich einen Webdialer einzufangen, wenn gleichzeitig neben DSL eine ISDN oder Analog-Verbindung (z.B. für Fax) am gleichen PC eingerichtet ist. Die Zugangsnummer, die der Webdialer bei der neuen Einwahl benutzt, bestimmt gleichzeitig die Höhe der anfallenden Kosten. Webdialer gibt es derzeit nur für die Betriebssysteme der Windows-Welt.

Welche Schutzmaßnahmen gibt es gegen Webdialer?
Pfeil rechts Keine automatische Internetverbindung herstellen: Deaktivieren Sie die Option "Verbindung automatisch herstellen" bei der DFÜ Einwahl. Nutzen Sie lieber die Möglichkeit vor der Einwahl die Verbindungsdaten zu kontrollieren (Name und Nummer der DFÜ). Die weitaus meisten Dialer werden so noch rechtzeitig erkannt.
Pfeil rechts Sperren der 0190-er Nummern: Lassen Sie von Ihrem Telefonanbieter (in der Regel die Telekom) die 0190-er und ab 2003 auch die neuen 0900-er Rufnummern sperren. Dies hat den Vorteil, dass auch sonst kein Missbrauch mit 0190-er Nummern und Ihrem Telefon geschehen kann. Nach Auskunft der Telekom wird über diese Sperre auch das Verschleiern durch Voranstellen einer "call-by-call" Vorwahl erkannt und blockiert. Wenn die Nummern über die Telefonanlage gesperrt werden, wir das in Regel nicht erkannt. Nachteile: Der Anruf eines seriösen Mehrwertdiensts ist nach der Sperre nicht mehr möglich, das Einrichten der Sperre ist kostenpflichtig (bei Telekom ca. 7 EUR).
Pfeil rechts Schutzprogramm installieren: Diese in der Regel kostenlose Programme verhindern die Anwahl nicht vom Anwender freigeschalter Nummern. Wir empfehlen die Freeware 0190-Warner, die u.a. bei www.dialerschutz.de zum Download angeboten wird. Nachteil hier: Es gibt betrügerische Programme die ein Dialerschutzprogramm außer Kraft setzen bevor sie sich einwählen. Der Schutz eines solchen Programms gilt nur für den PC und nicht für eine ganze Telefonanlage.
Pfeil rechts Ausweichen auf ein anderes Betriebssystem: Weichen Sie für Online-Aufgaben auf ein alternatives Betriebssystem aus, z.B. auf Linux. Schon weil dann nur eine kleinere Gemeinde geschröpft werden kann, haben sich Betrüger die Mühe noch nicht gemacht für Betriebssysteme außerhalb der Microsoft-Windows-Familie einen Webdialer zu entwickeln. Einige Systeme machen es wegen Ihres Schutzkonzepts auch ausgesprochen schwierig. Nachteil: Dass zukünftig für andere Betriebssysteme auch Abzocker-Programme entstehen werden, kann nicht ausgeschlossen werden, schon weil deren Nutzerzahlen ständig steigen.
Pfeil rechts Seien Sie kritisch gegenüber unbekannten Inhalten: Egal ob auf "tollen" Webseiten oder als Mail-Empfehlung mit Möglichkeit per Klick die empfohlene Seite zu besuchen. Schon hinter einem scheinbar harmlosen Werbebanner kann sich in Wahrheit der Download eines Webdialers verbergen, dies kommt oft vor auf Seiten mit pornografischem Inhalt und auf Seiten zum Austausch 'gehackter' Programme. Laden Sie niemals ein Programm aus dem Web, ohne sich zu vergewissern, was dieses Programm wirklich macht. Das Wichtigste aber auch Schwierigste: Sie müssen dieses kritische Bewußtsein gegenüber Internet-Inhalten bei Ihren surfenden Kindern wecken.
Pfeil rechts Automatische Downloads unterbinden: Brechen Sie alle Downloads ab, die automatisch gestartet werden - ganz gleich, ob sie über eine Web-Seite, eine E-Mail oder Chat-Systeme wie ICQ oder IRC erfolgen. Dies empfiehlt sich vor allem für Seiten von Erotikanbietern und Hacker-Seiten, die mit vermeintlich wichtigen Computertools locken. Achten Sie beim Surfen genau auf den Inhalt von PopUp-Fenstern und behalten Sie genau im Auge, welche Buttons Sie anwählen.
Pfeil rechts Gecrackte Dialer: Dies sind Dialer, die vermeintlich unschädlich gemacht wurden. Lassen Sie die Hände davon. Solche Programme gibt es nicht, es handelt sich vielmehr selbst um teuere Dialer-Programme.
Pfeil rechts Auch bei diesem Thema gilt. Es gibt keinen absolut 100%-igen Schutz. Beste Resultate erzielen Sie mit einer Kombination der o.a. Möglichkeiten, einer gesunden Portion an kritischer Betrachtung unbekannter Mails/Webseiten und einer aktiven Verfolgung des Themas in den Medien.
Was das Thema aktive Begleitung im Internet betrifft, könen wir einige interessante und aktuelle Seiten rund um den Dialerschutz empfehlen:
Pfeil rechts Dialerschutz [www.dialerschutz.de]
Ziemlich umfassende Informationen zum Schutz gegen Webdialer. Es wird der technische Hintergrund genauso erklärt wie aktuelle Hinweise gegeben. Auch ein Downloadbereich mit Bewertung der Schutzrogramme fehlt nicht.
Pfeil rechts Dialer-Hilfe [www.dialerhilfe.de]
Ähnlich umfassende Informationen wie oben. Besonders lesenswert und stets aktuell: - die Anbietertricks und -was kosten Dialer.
Pfeil rechts Dialer und Recht [www.dialerundrecht.de]
Diese Seite befasst sich ausschließlich mit den rechtlichen Aspekten. Hier bekommt der Nutzer auch wertvolle Hinweise wie betrügerischen Anbietern juristisch beizukommen ist. Für Opfer auch dann noch wertvoll, wenn das Abzocken bereits geschehen ist.