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Historisches rund um Mintraching:Das Dorf Mintraching steht auf uraltem Kulturland. Die historische Forschung hat erbracht, daß eine Besiedlung dieses Raumes durch die Bajuwaren bereits in vorchristlicher Zeit erfolgt ist. Alle auf -ing endenden Ortsnamen deuten auf eine Ansiedlung in dieser vom Anfang des sechsten bis zur Mitte des achten Jahrhundert reichenden prähistorischen Zeit hin. Eine Ansiedlung in Mintraching wird daher (ebenso wie die ebenfalls in diesem Raum gelegenen Orte Achering, Attaching, Eching, Erching, Freising, Marzling, Palzing, Pulling, Vötting, Zolling) von den Geschichtsforschern für diese frühe Zeit als sicher angenommen. Orte mit der Endung -ing oder -ingen finden sich überall, wo germanische Stämme am Schluß ihrer Wanderung sich dauernd niederließen. Für die Namengebung der -ingen sind die Sippennamen, soweit der Sippenverband bei dem betreffenden Stamme noch in Wirksamkeit war, dann häufig genug auch der Name eines mächtigen Grundherren oder eines einfachen Hofbesitzers, gelegentlich auch eines anderen, z.B. topographischen Merkmals verwendet worden. Auch die heute in Mintraching noch verwendeten Straßennamen "Am Einfang" und "Am Bifang" sind ein Beleg für eine frühe Siedlungstätigkeit in Mintraching. Die Bajuwaren des sechsten Jahrhunderts waren nämlich kein auf dem Anfang der Kultur stehendes Jäger- und Hirtenvolk mehr, sondern in erster Linie Ackerbauern. Sie brachten ihren eigenen Feldbau in schmalen Ackerbeeten mit, die man als "Bifanger" bezeichnete. das althochdeutsche "bi" (deutsch "bei"), betont dabei nicht nur die Umfriedung des aus Wildland gewonnen Baulandes, sondern meint wohl auch seine Einbeziehung zur Feldflur, wie mancher der Ausdrücke nahelegt, besonders in Fällen, in denen der "Einfang" tatsächlich zur Feldflur eines schon bestehenden Ortes geschlagen wird. Die erste urkundliche Erwähnung Mintrachings findet sich für das Jahr 762-764. In einer unter Bischof Josef überlieferten, in den "älteren Matrikeln des Bisthums Freysing" enthaltenen Urkunde wird Mintraching im Zusammenhang mit einer Schenkung wie folgt erwähnt: "In nomine domini nostri Jesu Christi salvatoris dei. Ego Erchanpald cogitans enim aeternam beatitudinem possidere vel poenalem iudicium evadere et considerans, qualiter contemnentes deum poenam incidunt aeternam et Christo adherentes vitam adipiscunt sempiternam, propterea igitur statui, ut de iura proprietatis meae quod pater meus mihi in hereditatem reliquid ad oppidum Frigisinga tradidi ad ecclesiam beate dei genetricis Mariae semper virginis in locis nominatis Perahah et MUNIRIHHINGA. Enimvero tradidi de Perahah domum cum omnibus aedificiis curtiferis sepe circumcinctis et tres familias cum coloniis et cum omnibus quaecunque habent quorum nomina Nardperht et alii quinque nomine Lantfrid et uxor sua Otrih et mater eius et Alarih frater eius et in vico MUNIRIHHINGA duas familias cum omnibus illorum utensiliis quorum nominae Pirhtilo et uxor sua Hroadheri com sua uxore et omnem territorum sub nostro iure et alode pratis pascuis silvis quod ad me pertinere legibus videbatur, post obitum vero meum donatum ad ecclesiam sancte Mariae domum episcopalem sicut supradictum est donatum in perpetuum esse volo tam pro me quam pro patrem meum Reginpaldum et matrem meam Cotafrita et Oadalkerum, ut hereditas mea hereditas sit sanctorum:" (Erchenpald verschenkt den Besitz Hohenpercha und Mintraching an die Kirche, um Buße zu tun) Diese urkundliche Erwähnung ist eine der frühesten in unserem Raum überhaupt. Es war dies die Zeit, als das Frankenreich von König Pippin und Bayern von Herzog Tassilo regiert wurden. In den folgenden Jahrhunderten sind nachstehende urkundliche Bezeugungen Mintrachings bekannt:
Die Entwicklung der stattlichen und gesellschaftlichen Struktur unseres Raumes vom neunten bis zum elften Jahrhundert ist wie die des gesamten Stammesherzogtums Bayern und sehr schwer zu fassen. Der Raum um die Bischofsstadt Freising war wohl stärker als andere Räume in die ständigen Auseinandersetzungen zwischen dem Königtum und den widerstrebenden Sondergewalten einbezogen. Später war Mintraching dem Gericht Kranzberg zugehörig. Von einem "fertigen" Gericht Kranzberg, das sich über einen längeren Zeitraum hauptsächlich durch Abtrennung aus dem früher schon bestehenden Gericht Dachau entwickelt hat, kann man etwas seit der Mitte des 14. Jahrhunderts sprechen. Dieses Gericht Kranzberg hatte mit seinen Außengrenzen und in seiner Ämtergliederung bis 1803/1804 Bestand. Das Landgericht Kranzberg bestand im Jahre 1760 aus den fünf "Schergenämtern" Tünzhausen, Allershausen, Indersdorf, Langenbach und dem Amt auf dem Gfild (Garching). Nach dem landgerichtischen Hofanlagenbuch von 1760 war das Amt Tünzhausen in 8, das Amt Allershausen in 5, das Amt Indersdorf in 6, das Amt Langenbach in 3 und das Amt am Gfild in 6 "Hauptmannschaften" eingeteilt. Das Dorf Mintraching (auch damals schon zur Gemeinde Neufahrn gehörig) bildete eine eigene Hauptmannschaft und war als solche dem Schergenamt auf dem Gfild (Garching) zugeordnet. Für das Jahr 1760 werden für das Dorf Mintraching insgesamt 27 Anwesen, für Grüneck zusätzlich 4 Anwesen angegeben. Bei der Beschreibung des Güterbestandes werden u.a. die Namen Pachel, Knaus, Heiglbauer, Bauernschuster, Holzapfel, Zacherl, Lindlbauer genannt. Für das Dorf Neufahrn werden für diesen Zeitpunkt 40 Anwesen angegeben. Bei der späteren Neugliederung der Landgerichtsbezirke kam Mintraching als Teil der Gemeinde Neufahrn zum Bezirk des am 24.02.1802 neu gebildeten Landgerichts Freising. Auch bei der 1818/1819 Neubildung von insgesamt 32 Gemeinden im Bezirk des Landgerichts blieb diese Zugehörigkeit zur Gemeinde Neufahrn bestehen. Die Erwerbsgrundlage der Einwohner Mintrachings ist über Jahrhunderte hinweg die Landwirtschaft gewesen. Bereits zu Zeiten der Bajuwarischen Besiedlung war die bäuerliche Kultur die vorherrschende Wirtschaftsform. Die wichtigste Quelle für Nahrung und Erwerb war die Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht. In einigen Gebieten Bayerns hatte dabei die Pferdezucht einen besonderen hohen Stellenwert. Die überragende Bedeutung der Landwirtschaft als wirtschaftliche Grundlage für unseren Raum blieb noch bis in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg erhalten. 1950 wird der Anteil der Agrarbevölkerung für die Gemeinde Neufahrn noch mit rd. 34% angegeben, in Mintraching dürfte der Anteil noch deutlich höher gelegen haben. Entsprechend der fast ausschließlichen landwirtschaftlichen Ausrichtung verzeichnete auch die Bevölkerungsentwicklung keine besonderen Sprünge und zunächst auch nur bescheidene Wachstumsraten.
Um 1900 wohnten in Mintraching und Grüneck insgesamt rd. 350 Einwohner, das war etwas mehr als 1/3 der Neufahrner Gesamtbevölkerung. Ein erster stärkerer Bevölkerungszuwachs ergab sich nach dem Zustrom der Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg: 1950 wohnten in Mintraching (einschließlich Grüneck) 470 Einwohner, in der Gemeinde Neufahrn knapp 1800 Einwohner. Ab Mitte der 60-er Jahre setzte in diesem Raum ein erheblicher Strukturwandel ein, der von einem erheblichen Bevölkerungszuwachs begleitet war. In der Gemeinde Neufahrn lebten im Jahr 1987 ca. 15000 Einwohner. In der Rangfolge aller 2051 selbständigen Gemeinden Bayerns lag sie damit an 94. Stelle ! Die Einwohnerzahl Mintrachings lag im Jahr 1987 etwa bei 1100. Die Erwerbstruktur der Bevölkerung im Raum Neufahrn hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten erheblich gewandelt. Obgleich gerade das Bild von Mintraching infolge noch zahlreich vorhandener landwirtschaftlicher Betriebe noch stark ländlich geprägt ist, geht die weitaus größte Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung einer außerlandwirtschaftlichen Tätigkeit -vornehmlich im Dienstleistungsbereich- in den nahegelegenen Zentren München und Freising, dem Flughafen München II oder in dem sich dynamisch entwickelnden Industriegebiet Neufahrn/Eching nach.
(Text entnommen der Festschrift "20 Jahre FC Mintraching 1967 - 1987, Autor:Dr. Walter Ort, mit freundlicher Unterstützung des FC Mintraching e.V.)
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