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Von Bayern nach Italien
7.5.-23.5.2004 / 17 Tage / 1.436 km

Ich will endlich starten und radle deshalb am 7. Mai trotz miserablen Wetters los. Schließlich "gibt es kein schlechtes Wetter sondern nur mangelhafte Kleidung". Angenehmer ist schönes Wetter trotzdem. Ab dem Brenner strahlt die Sonne und bis zum Po und der Adria geht es nur noch abwärts. Südtirol ist zu jeder Jahreszeit schön und Sterzing, Brixen, Klausen usw. wimmeln von Touristen.

Mein ach so schöner, beinahe neuer Ledersattel quält mein Hinterteil und die Waden rufen schmerzhaft nach mehr Magnesium. Meine Handynummer ist seit einigen Tagen tot. Mit Salbe, Pillen und kommunikativer Enthaltsamkeit sind das Un-Probleme.

Von Trient fahre ich über den Gardasee (ich war vorher noch nie da) nach Verona. Die Arena wird gerade für die Opernfestspiele im Sommer hergerichtet. In Mantua besichtige ich den Palazzo Ducale der Gonzaga. Die früheren Kunstsammlungen sind als Beutekunst über die Museen der Welt verstreut. Dem Mincio entlang, der den Gardasee entwässert, bin ich bald am Po und in Ferrara. An diesem Wochenende wird die alte Glanzzeit der Stadt, die Herrschaft der Este, mit dem Historienspektakel "Il Palio di Ferrara" wiederbelebt. Ansonsten empfinde ich die Poebene als langweilig und kämpfe gegen stürmischen Gegenwind an. Wenigstens gibt es einen Radweg.

Im Podelta verschwimmt die Grenze zwischen Land und Meer. Mit seinen Sümpfen, kleinen Wasserläufen, Reisfeldern, Wasservögeln, alten Bauernhöfen zeigt das Delta einen ganz eigenen Reiz. Soweit noch Reis angebaut wird, werden Maschinen eingesetzt. Die Romantik aus dem alten Film "Bitterer Reis" (1949 mit Silvana Mangano) ist nicht mehr zu spüren.

 

Das berühmte Mausoleum von Theoderich d. Gr. in Ravenna wird gerade renoviert. Mich fasziniert die schlichte Eleganz im Vergleich zu bspw. dem üppigen Mausoleum der Galla Placidia aus dem 5. Jh. Die Altstadt von Bologna ist zwar schön und romantisch, aber nicht angenehm zu wohnen; nicht weit vom Hotel liegt eine überfahrene Ratte auf der Straße.

Gleich hinter der Stadt steigen die Apenninen an und über den Passo di Oppio komme ich in die Toskana. Lucca ist ebenso prächtig wie Ravenna oder Bologna oder ... Mittlerweile bin ich kulturell übersättigt. In Pisa finde ich keine Unterkunft (es ist noch Nebensaison!) und fahre gleich nach Livorno. Bis zur Fähre nach Korsika habe ich noch einen Tag Zeit.

Essen und Trinken hat in Italien einen hohen Stellenwert. Eine Italienerin, die seit mehr als 20 Jahren in London und Mexiko arbeitet, spricht am besten und liebsten nur Englisch: „Aber über Essen kann ich mich nur Italienisch unterhalten.“ Das schützt selbstverständlich nicht davor, dass in Touristenorten gelegentlich spezieller Touristenwein an Gäste ausgeschenkt wird. Ich habe dafür mit Kopfschmerzen bezahlt.

 

 

 

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