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Korsika
24.5.-3.6.2004 / 11 Tage / 711 km

Auf der Place Napoleon, im Café Napoleon und mit Blick auf eine Napoleon-Statue trinke ich meinen ersten Kaffee auf Korsika. Hier kann man dem großen Sohn der Insel nicht entkommen. Und auch der Nationalheld Pasquale Paoli, zeitweise ein Gegner Napoleons, ist auf Korsika allgegenwärtig. Paoli erklärte im 18. Jh. Korsika zweimal für unabhängig, auch wenn alle anderen Staaten die Insel nach wie vor als Anhängsel von Genua, England bzw. Frankreich betrachteten.

Die Straßen sind nicht sooo steil, wie ich befürchtet hatte. Von den unbefestigten Rändern halte ich immer respektvoll Abstand. Korsika ist ein Paradies für Motorradler und ich treffe nur wenig Radtouristen.

Über viele Treppenstufen schleppe ich mein Gepäck zu einer Pension in Nonza. Das Nest hängt auf einer hohen Klippe über dem Meer und ist für Fahrzeuge nicht zugänglich. Das tägliche Leben ist hier mühsam. Und entgegen allen Vorurteilen kann man auch in Frankreich miserabel essen. Am nächsten Morgen fliehe ich ohne Frühstück.

San Michele, spätromanisch aus grünem und weißem Marmor, gilt als schönste Kirche der Insel. Der Innenraum ist leider nicht zugänglich und mich fasziniert vor allem die majestätische Lage auf einem kleinen Plateau bei Murato. Anschließend genieße ich die 20 km lange Abfahrt bis zur Küste. Den vorherigen Aufstieg bereue ich nicht.

 

In Ile Rousse treffe ich Timo und Tanja. Über das Ostriconi-Tal strample ich nach Corte im gebirgigen Landesinnern. Die Zitadelle thront hoch über der Stadt. In der Restonica-Schlucht liegen noch Schneefelder. Mit der abenteuerlichen Schmalspurbahn fahre ich hinunter nach Ajaccio.

Weitgehend entlang der Küste, über den belebten Badeort Propriano und das düstere Sartène, fahre ich nach Bonifacio. Von den Klippen kann man in der Ferne Sardinien entdecken. Ich habe nur kurze Freude an der Stadt, weil ein Trickdieb meine Kamera klaut. Die Polizei ist recht höflich. Für die Aufklärung scheinen aber die Umstände des Diebstahls nicht wichtig zu sein. Stattdessen wird penibel geklärt, wer meine längst verstorbenen Eltern waren und warum meine Mutter - unverständlicherweise - den gleichen Familiennamen wie mein Vater getragen hat. Nun ja!

 

 

 

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