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Von der deutschen Küste nach Norwegen
23.5.-7.6.2003 / 16 Tage / 1.353 km

Bei trübem Wetter quere ich die Elbe und radle an der Westküste nach Norden. Weit draußen liegen die Halligen und ich passiere die teils etwas mondänen Badeorte und Traditionsstädtchen wie Büsum und Husum.

Mit der dänischen Grenze ändert sich wenig, nur die Städte sind ein wenig bunter. Schloss Schackenborg ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, weil es der Wohnsitz eines dänischen Prinzen ist. In Höjer übernachte ich in einem herrlichen alten Gutshof, der nach Jahrhunderten jetzt von der wohl letzten Generation bewirtschaftet wird. Die anderen Gäste, ein junges Pärchen, werde ich wohl nicht vergessen. Er ist ein exzellent aussehender junger Mann aus Kamerun, hat beste Umgangsformen, studiert Jura in Deutschland, ist ausgesprochen intellektuell und hoch gebildet. Die junge Deutsche sieht etwas schlicht aus, die Umgangsformen zeugen von zumindest biederem Hintergrund, sie ist arbeitslose Arzthelferin, etwas dröge, beteiligt sich kaum an der Unterhaltung und ist nicht bereit, eine Fremdsprache zu lernen ("das ist so mühsam"), um vielleicht mit ihrem Traumprinzen auch außerhalb Deutschlands zu leben. Sie wohnt bei ihren Eltern und ist das erste Mal von zu Hause weg. Die Beiden wollen am nächsten Morgen hier heiraten und dann zurück reisen.

  An der großartigen jütländischen Dünenküste radle ich über Esbjerg nach Norden und quere dann das Land entlang dem Limfjord nach Frederikshavn. Mit der Fähre setze ich nach Göteborg über. Nach sehr mühsamer Navigation (ich lande sogar mehrfach auf der Autobahn) finde ich dann endlich auch den Weg in Richtung Oslo. Meine Straßenkarte taugt nichts. Die Beschilderung zu Hotels ist teils schlicht falsch. Ich bin müde, ärgerlich, unaufmerksam und stürze deshalb bei Vassbotten kurz vor der norwegischen Grenze. Dabei platzt der Schlauch und es beginnt in diesem Moment zu regnen; meine rechte Schulter schmerzt und wird mich noch mehrere Wochen quälen.

Zwei Tage später bin ich dann in Oslo und bei herrlichstem Sommerwetter genieße ich die schöne Stadt, bummle, besuche den Frogner-Park, den Schlosspark, die Ausgrabungen in Alt-Oslo usw. Abends besuche ich eine Aufführung von Carmina Burana. Ich hatte mir von der Besetzung, von der Instrumentierung, von den Stimmen mehr erhofft. Aber die großartige Szenerie in einer alten Klosterruine, auf einer kleinen Insel im Oslo-Fjord macht alle Defizite wett.

 

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