Chronik 1998

www.erding.org

Anfang des Jahres 1998 starteten die Erdinger Seiten beim Bürgernetz unter dem Titel "Erding connectED" mit einem komplett neuen Design. Der optisch ansprechende Look brachte dem WWW-Team viel Lob und auch die Zugriffszahlen stiegen an.

 

Doch schon bald wurde die Freude darüber getrübt. Die Stadt Erding forderte aufgrund ihres Namensrechts die Überlassung der Domain www.erding.org. Der Vorstand beschäftigte sich eingehend mit dem Thema und kam zu dem Schluß, die Domain nicht abzugeben. Dieser Punkt war allerdings noch nicht endgültig entschieden.

Im Februar wurde die Startseite des Bürgernetzes Weihenstephan von unserem Chef-Designer Klaus Seibold erneut überarbeitet. Tom Eicher programmierte ein Gästebuch für das Bürgernetz und die Erdinger und Moosburger Seiten.

 

Der neue Vorstand:

Die ordentliche Mitgliederversammlung fand am 26.02.1998 in Marzling statt. Unser Bürgernetz hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über 820 Mitglieder und monatlich erreichten uns 35-40 weitere Neuanmeldungen. Der Rücktritt der vier Vorstandsmitglieder Peter Seeser, Robert Zinner, Klaus Buchner und Harald Gläser traf alle Mitglieder sehr überraschend. Wir waren mit der von ihnen geleisteten Arbeit sehr zufrieden gewesen.

Plötzlich standen wir vor der Situation vier wichtige Ämter im Vorstand neu zu besetzen. Die neuen Kandidaten fanden sich nur sehr zögerlich. Jeder der ca. 80 Anwesenden wußte wohl, wieviel Arbeit dadurch auf ihn zukommen würde. Doch jemand mußte die Verantwortung übernehmen. Der Verein brauchte eine neue Führung. Schließlich wurde Michael Straßer zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Zweiter Vorsitzender wurde Erwin Roth und dritter Vorsitzender wurde Werner Gottwald. Neuer Schriftführer wurde Hermann Riesch. Als Schatzmeister wurde Herbert Aichele in seinem Amt bestätigt.

In den darauffolgenden Wochen fand die Übergabe der Amtsgeschäfte statt. Der Verein wurde vom bisherigen Vorstand in einem sehr guten Zustand übergeben. Doch es standen auch noch schwierige Aufgaben bevor. Als erstes mußten wir über den Lizenzierungs-Vertrag des Bürgernetz-Dachverbands entscheiden. Darin sollten wir als Träger-Verein bestimmte Bedingungen gegenüber dem Dachverband akzeptieren, um weiterhin den Zugang zum BayNet nutzen zu dürfen. Gemäß Beschluß der Mitgliederversammlung traf sich dazu eine Kommission, bestehend aus dem neuen Vorstand und einigen engagierten Mitgliedern. Nach eingehender Beratung lautete die Empfehlung der Kommission, den Vertrag zu unterzeichnen. Dies wurde dann auch vom Vorstand so beschlossen.

Unsere neue Einwahlhardware lief weiterhin stabil und zuverlässig. Anfang März hatten wir die Anlage erweitert. Von unseren 30 Einwahlleitungen konnten nun 24 sowohl von Modem-Usern als auch von ISDN-Usern genutzt werden. Die übrigen 6 Leitungen waren reine ISDN-Zugänge. Allerdings zeigte sich bald, daß die 30 Kanäle für die nunmehr über 900 Mitglieder nicht mehr ausreichten und so beschlossen wir den Ausbau auf 60 Zugänge, der Anfang Mai erfolgte. Als besonderer Service wurde eine Support-Sprechstunde eingerichtet. Jeden Dienstag, von 19 bis 20.30 Uhr steht nun unser kompetentes Support-Team in der VHS Freising bereit, um unseren Mitgliedern bei Hard- oder Software-Problemen zu helfen.

Das 1000. Mitglied:

Im Laufe des Jahres schlossen sich u.a. folgende wichtige Mitglieder unserem Verein an: die Realschule Moosburg, das Camerloher Gymnasium Freising, das Landratsamt Erding und die Volkshochschule Freising. Im Mai 1998 konnten wir, im Rahmen eines kleinen Pressetermins mit Übergabe eines Blumenstraußes, unser 1000. Mitglied begrüßen. Der Boom unseres Bürgernetzes hielt weiterhin an. Jeden Monat kamen etwa 70 Neumitglieder hinzu. Bei der Aufnahme von Neumitgliedern wird Herbert Aichele seit Juni von Gottfried Gams unterstützt. Gottfried Gams versendet per Post die Zugangsdaten und sorgt dafür, daß innerhalb weniger Tage der Einstieg ins Internet möglich ist.

Im Juli fanden die Erdinger Internet-Tage in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Erding und der Firma Öcom statt. Diese Veranstaltung war ein weiterer Erfolg für das Bürgernetz, ebenso wie unser Infostand auf der Moosburger Herbstschau im September. Allerdings erklärte Michael Straßer im August seinen Rücktritt vom Posten des ersten Vorsitzenden. Auch unser Support-Leiter Uli Rott hängte sein Amt an den Nagel. In dem immer größer werdenden Verein wurde es nun zunehmend schwieriger, aktive Leute zu finden, obwohl wir eine Kostenerstattung für Mitglieder eingeführt hatten.

Am 04.10.1998 fand das alljährliche Vereinsfest als Oktoberfest in der Volkshochschule Freising statt. Die eigens organisierte Jazz-Band fand allerdings nur wenige Zuhörer. Nur etwa 50 Vereinsmitglieder erschienen zu dem Fest. Lediglich der leukämiekranke Daniel konnte sich über den Erlös aus der Tombola in Höhe von 700,- DM freuen. Mittlerweile hatten wir einige tausend Mark in Werbeartikel mit BN-Logo (Regenschirme, T-Shirts, Tassen, Einkaufstaschen, usw.) investiert, um den Bekanntheitsgrad des Bürgernetzes Weihenstephan weiter zu erhöhen. Der Dank geht hier an Britta Feldner, die neue Leiterin des Arbeitskreises MAMa.

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war die Einrichtung der Sofort-Accounts durch lokale Computer-Händler. In Freising und Moosburg haben wir Partner gefunden, die fertig installierte Internet-PC's mit Bürgernetz-Zugang anbieten. Der Service funktioniert und bietet Vorteile für beide Seiten.

Im Oktober 1998 hatten wir über 1300 Mitglieder. Besonders in den Abendstunden waren alle 60 Leitungen unserer Einwahltechnik belegt. Da der bestehende Einwahlrouter die maximale analoge Ausbaustufe mit 32 Modems erreicht hatte, beschlossen wir den Kauf eines weiteren Einwahlrouters. Darüberhinaus investierten wir weiter in den Ausbau unserer Server-Hardware, um mit dem Mitgliederwachstum Schritt zu halten. Als neuer Webserver war nun ein Pentium II 350 MHz mit Linux und Apache im Einsatz.

Das Ende der Förderung:

Im Herbst wurde den Bürgernetzen mitgeteilt, daß die bayerische Staatsregierung die Förderung durch das Projekt Bayern-Online definitiv am Ende des Jahres einstellen wird. Am 08.11.1998 fand deshalb eine Versammlung aller Trägervereine Bayerns statt. Hier wurde über die zukünftige Internet-Anbindung beraten. Mit einer knappen Mehrheit entschloß man sich, das Angebot der Firma Online-Kiosk anzunehmen. Auf jeden der Vereine kamen nun enorme Kosten zu.

Als die genauen Kosten feststanden, fanden die Vertragsverhandlungen zwischen dem Vorstand und der Firma Online-Kiosk in der Fabrikstraße in Freising statt. Ralph Pollinger hatte die Firma vor einem Jahr gegründet und saß nun wieder mit seinen "alten Kollegen" an einem Tisch.
  

Am 20.11.1998 fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Bürgernetzes Weihenstephan in Marzling statt. Anlaß dafür war die Neuwahl des ersten Vorsitzenden. Aus dem kleinen Kreis der Anwesenden (nur 43 Mitglieder) fand sich aber niemand, der dieses Amt übernehmen wollte und so wurde die Wahl auf die nächste ordentliche Mitgliederversammlung verschoben. Weiterhin wurden einige Anpassungen der Satzung und Änderungen der Beitragsordnung beschlossen.

In einer weiteren außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16.12.98 wurde über die Beiträge für Erwachsene entschieden. Zu dieser Versammlung erschienen 84 Mitglieder und es wurde lange über das Für und Wider einer Beitragserhöhung diskutiert. Am Ende wurde eine Beitragserhöhung auf 120,- DM pro Jahr beschlossen. Grund für diese enorme Erhöhung waren die hohen Kosten, die im nächsten Jahr auf den Verein zukommen werden.